Überlastung kündigt sich selten mit einem einzelnen, eindeutigen Signal an – meist ist es eine Veränderung im gewohnten Verhalten, die sich über mehrere Bereiche zieht. Wer als Führungskraft genauer hinsieht, kann früher reagieren, statt erst beim Ausfall zu handeln. Einen tieferen Einstieg ins Thema bietet unser Artikel zu Frühsignalen psychischer Belastung am Arbeitsplatz – diese Checkliste liefert dir das kompakte Werkzeug für den Alltag.
Worauf du achten kannst
Verhalten & Auftreten: zieht sich aus Gesprächen zurück, wirkt gereizter oder dünnhäutiger als sonst, macht ungewohnt viele kleine Fehler, wirkt gedanklich abwesend.
Arbeitsweise & Leistung: Qualität sinkt trotz mehr Zeitaufwand, einfache Aufgaben werden aufgeschoben, Priorisieren fällt sichtbar schwer.
Kommunikation: Antworten werden kürzer oder ausweichender, meldet sich seltener von sich aus, wirkt bei Rückfragen schnell überfordert.
Zeit & Präsenz: ungewöhnlich lange oder unregelmäßige Arbeitszeiten, kurzfristige oder häufigere Krankmeldungen, verpasste Termine oder Fristen.
Was du als Führungskraft tun kannst
- Beobachten statt bewerten – konkrete, wertfreie Beispiele statt einer pauschalen Einschätzung notieren.
- Zeitnah ansprechen, statt zu warten, bis sich mehrere Anzeichen summiert haben.
- Unter vier Augen, ohne Zeitdruck – ein ruhiger Rahmen statt „zwischen Tür und Angel“. (Wie so ein Gespräch konkret gelingt, zeigt unser Leitfaden für das Gespräch mit belasteten Mitarbeitenden.)
- Offen fragen statt Diagnose stellen.
- Konkrete Entlastung anbieten, wo das in deiner Rolle möglich ist.
- Auf Unterstützungsangebote hinweisen – z. B. passende Online-Beratungsformate für euer Team oder unsere psychologische Beratung für Mitarbeitende.
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Häufige Fragen
Ersetzt die Checkliste eine professionelle Einschätzung? Nein. Sie hilft dabei, genauer hinzusehen – eine Diagnose oder therapeutische Einschätzung ersetzt sie nicht.
Was, wenn ich mehrere Anzeichen bei einer Person erkenne? Entscheidend ist die Veränderung zum gewohnten Verhalten und die Häufung mehrerer Punkte. Sprich die Person zeitnah und vertraulich an, statt „über den Kopf hinweg“ zu entscheiden.
Wie misst man den Erfolg solcher Maßnahmen im Unternehmen? Dazu findest du Ansätze in unserem Artikel zu Kennzahlen und Zielen für mentale Gesundheit im Unternehmen.
Ihr überlegt, externe Unterstützung für euer Team einzubinden? Unsere Checkliste zur Auswahl einer psychologischen Beratung für Unternehmen hilft euch bei der Entscheidung. Mehr Grundlagenwissen findet ihr in unserem Leitfaden psychische Gesundheit am Arbeitsplatz für HR.





