Wirksam sind vor allem Maßnahmen an den Arbeitsbedingungen, etwa an Arbeitsmenge und Arbeitszeit. Dazu kommen geschulte Führungskräfte, ein vertraulicher Zugang zu psychologischer Beratung und eine geregelte Rückkehr nach längerer Krankheit. So empfehlen es auch die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz von 2022.
Grundlage für alle Schritte ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, zu der Arbeitgeber nach § 5 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet sind.
Psychische Erkrankungen verursachen nach Atemwegs- und Muskel-Skelett-Erkrankungen die meisten Fehltage. Eine Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung dauert im Schnitt rund dreimal so lang wie eine durchschnittliche Krankschreibung.
Quellen: DAK-Psychreport 2025 und DAK-Auswertung Krankenstand 2024, Daten von 2,42 Millionen DAK-versicherten Beschäftigten.
Das Arbeitsschutzgesetz gibt Maßnahmen an den Arbeitsbedingungen Vorrang vor Maßnahmen für einzelne Personen (§ 4 ArbSchG). Ein Programm für mentale Gesundheit verbindet deshalb mehrere Ebenen.
Arbeitsmenge und Handlungsspielraum betreffen alle Beschäftigten. Veränderungen hier wirken am breitesten, brauchen aber Zeit.
Führungskräfte bemerken Veränderungen oft zuerst. Sie sollten ein Gespräch führen und auf passende Hilfe verweisen können, ohne selbst zu beraten.
Wer gerade belastet ist, braucht schnell einen vertraulichen Weg zu Fachleuten, ohne Umweg über Vorgesetzte oder HR.
Wer mit einer Erhebung beginnt, kann später zeigen, was sich verändert hat.
Die Gefährdungsbeurteilung erfasst Merkmale wie Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung. Zur Beurteilung gehören auch die daraus abgeleiteten Maßnahmen und deren Überprüfung. Mehr zur Gefährdungsbeurteilung
Führungskräfte lernen, Veränderungen zu bemerken und ein Gespräch zu führen, ohne zu diagnostizieren. Sie wissen, an wen sie verweisen können. Leitfaden für das Gespräch
Mit einer externen Mitarbeiterberatung (auch EAP, Employee Assistance Program) können Beschäftigte selbst einen Termin bei Psycholog:innen buchen, ohne Umweg über HR. Mehr zur Mitarbeiterberatung
Nach längerer Krankheit hilft ein strukturiertes Betriebliches Eingliederungsmanagement. Regelmäßige Auswertungen zeigen, ob die Maßnahmen wirken. BEM-Ablaufplan · Kennzahlen und Ziele
Über die Maßnahmen entscheidet der Arbeitgeber, in Betrieben mit Betriebsrat gemeinsam mit ihm.
Die Angebote ergänzen sich. Jedes hat eigene Stärken und Grenzen.
Kleine Unternehmen haben selten eine eigene Stelle für betriebliches Gesundheitsmanagement. Meist übernehmen Geschäftsführung oder Personalverantwortliche das Thema nebenbei.
Die Belastungen unterscheiden sich je nach Tätigkeit. Die Gefährdungsbeurteilung zeigt, was in Ihrem Unternehmen zutrifft.
Ein Angebot hilft nur, wenn Beschäftigte es kennen und ihm vertrauen. Diese Schritte erhöhen die Nutzung.
Ob ein Angebot genutzt wird, hängt vor allem an Vertrauen und an einem einfachen Zugang.
Ausführlich: EAP-Anbieter vergleichen · Auswahl-Checkliste
Mindvise bietet Unternehmen psychologische Online-Beratung für Mitarbeitende durch ausgebildete Psycholog:innen, vertraulich und anonym gegenüber dem Arbeitgeber.
Wer die Beratung nutzt und was besprochen wird, bleibt gegenüber dem Arbeitgeber vertraulich. Auswertungen im HR-Dashboard sind zusammengefasst und erst ab fünf Antworten sichtbar. Die Server stehen in Deutschland.
Alle Berater:innen haben einen Bachelor und Master in Psychologie, ein Diplom in Psychologie oder eine Approbation. Einige sind zusätzlich Psychologische Psychotherapeut:innen.
In den Modellen Flex und Plus zahlen Sie eine Grundgebühr ab 49 € im Monat und Beratungen nach Nutzung. Das Modell Flat gibt es als Festpreis nach Mitarbeiterzahl. Alle Preise
Online-Roundtables zu Themen der psychischen Gesundheit ergänzen die Beratung. Für Betriebsrat und Datenschutz stellen wir Unterlagen bereit. Mehr zu Roundtables
Mit Zahlen aus dem eigenen Unternehmen, vor allem Fehltagen und Fluktuation in kritischen Rollen. Für eine erste Schätzung der Kosten psychisch bedingter Ausfälle eignet sich unser Kostenrechner.
Ja. Die Pflicht nach § 5 Arbeitsschutzgesetz gilt ab der ersten beschäftigten Person, unabhängig von der Größe des Unternehmens. Die Ergebnisse sind nach § 6 Arbeitsschutzgesetz zu dokumentieren.
Wenn Beschäftigte innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren, muss der Arbeitgeber ein BEM anbieten (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Bei einer durchschnittlichen Falldauer von 33 Tagen kann diese Grenze bei psychischen Erkrankungen schnell erreicht sein.
Sobald Beschäftigte mit Belastungen lieber nicht zu Kolleg:innen oder HR gehen möchten. Gerade in kleinen Teams ist eine vertrauliche Anlaufstelle außerhalb des Unternehmens deshalb wichtig.
Prüfen Sie zuerst, ob die Beschäftigten das Angebot kennen und ob sie der Vertraulichkeit vertrauen. Auch ein umständlicher Zugang kann abhalten. Erst danach lohnt ein Wechsel des Angebots.
Wo ein Betriebsrat besteht, hat er bei der Gefährdungsbeurteilung und den Maßnahmen des Gesundheitsschutzes ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG. Für technische Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung überwachen können, gilt § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Binden Sie ihn früh ein. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.
Rechtsgrundlagen: § 5 ArbSchG · § 4 ArbSchG · § 87 BetrVG · § 167 SGB IX. Empfehlungen: WHO-Leitlinien zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz (2022). Keine Rechtsberatung.
Im Erstgespräch schauen wir auf Ihre Ausgangslage und zeigen Ihnen, wie ein vertraulicher Beratungszugang in Ihrem Unternehmen aussehen kann und was er kostet.