Dankbarkeit im Alltag und Beruf

Lesedauer: 2 Minuten

Inmitten des hektischen Alltags, in dem Termine, Verpflichtungen und Herausforderungen den Großteil unserer Aufmerksamkeit beanspruchen, kann es leicht passieren, dass wir die kleinen Freuden des Lebens übersehen. Wir legen den Fokus häufig auf das, was nicht so gelaufen ist, wie wir es uns vorgestellt haben und verlieren den Blick für all die positiven Dinge, die in und um uns herum passieren.

Die Positive Psychologie fokussiert im Gegensatz zu defizitorientierten Ansätzen die Stärken von Menschen, d.h. die positiven Aspekte des Lebens von Menschen und des Menschseins. Einen wesentlichen Bestandteil stellt hier die Dankbarkeit dar.

Dankbarkeit bezieht sich auf das bewusste Erkennen und Wertschätzen der positiven, aber auch der scheinbar negativen Dinge im Leben. Im Alltag benutzen wir das Wort „Danke“ beinahe inflationär. Wir sagen es, wenn uns jemand die Tür aufhält, uns den Kaffee reicht oder uns im Supermarkt an der Kasse bedient. Es ist eine soziale Konvention, eine höfliche Geste, die wir im Laufe unseres Lebens unzählige Male wiederholen. Ein „Danke“ sprechen wir meist automatisiert aus und es ist eher weniger mit dem tatsächlichen Gefühl der Dankbarkeit verbunden. Diese Automatisierung führt dazu, dass wir die tiefe Kraft der Dankbarkeit im Alltag meist übersehen.

Zahlreiche empirische Studien haben sich mit den Auswirkungen von Dankbarkeit auf die psychische Gesundheit von Menschen befasst und konnten feststellen, dass eine größere Dankbarkeit unter anderem mit geringeren Depressions- und Angstsymptomen einhergeht1, sowie positive Effekte auf das Wohlbefinden von Menschen haben kann2.

Wenn du Dankbarkeit bewusst praktizieren möchtest, könnte es wichtig sein, zuvor zu überlegen, was Dankbarkeit für dich persönlich bedeutet. Dankbarkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass alles, was man als positiv empfindet, von äußeren Einflüssen abhängt oder möglicherweise sogar ein Gefühl erzeugt wird, in der Schuld anderer zu stehen. Stattdessen sollte Dankbarkeit eher als die Wertschätzung betrachtet werden, die man seiner Umwelt, aber auch sich selbst und seinen eigenen Leistungen zuschreiben darf.

Tipps, um Dankbarkeit bewusst in deinen Alltag zu integrieren

  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch. Ob analog in einem Notizbuch oder digital auf deinem Smartphone – notiere dir täglich 3-5 Dinge, für die du an diesem Tag dankbar warst. Das kann sich beispielsweise auf ein gutes Essen, eine positive Rückmeldung einer Kollegin oder gutes Wetter beziehen. Auch scheinbar selbstverständliche Aspekte, wie der Zugang zu sauberem Wasser oder ein sicherer Arbeitsplatz dürfen in deinem Dankbarkeitstagebuch Platz finden.
  • Probiere die Bohnenübung aus. Nimm täglich eine Handvoll Bohnen (z.B. Kaffeebohnen, oder auch Steinchen, Perlen, o.ä.) und stecke sie in deine linke Hosentasche. Immer, wenn du über den Tag hinweg ein positives Erlebnis hast, nimmst du eine Bohne und steckst sie in die rechte Hosentasche. Am Ende des Tages nimmst du all die Bohnen, die von der linken in deine rechte Hosentasche gewandert sind heraus und reflektierst die positiven Erlebnisse.
  • Einfach mal DANKE sagen. Es mag zunächst merkwürdig erscheinen, aber tatsächlich kann diese Übung auf verschiedenen Ebenen wirkungsvoll sein. Indem du Menschen in deinem Leben beispielsweise für ihre Unterstützung, ihr Zuhören oder die Freude, die sie dir schenken, dankst, führt das sowohl bei dir, als auch bei deinem Gegenüber zu positiven Gefühlen und Empfindungen.

Quellen:

1 Tomczyk, J., Nezlek, J. B., & Krejtz, I. (2022). Gratitude Can Help Women At-Risk for Depression Accept Their Depressive Symptoms, Which Leads to Improved Mental Health. Frontiers in psychology13, 878819. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.878819

2 Kardas, F. , Cam, Z. , Eskısu, M. & Gelıbolu, S. (2019). Gratitude, Hope, Optimism and Life Satisfaction as Predictors of Psychological Well-Being . Eurasian Journal of Educational Research , 19 (82) , 81-100 . Retrieved from https://dergipark.org.tr/en/pub/ejer/issue/48089/608137

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