Das Biopsychosoziale Modell von Gesundheit

Lesedauer: 3 Minuten

Das Biopsychosoziale Modell – 3 Faktoren zum besseren Verständnis des großen Ganzen

In der Psychologie existieren zahlreiche Theorien und Konzepte, die versuchen, die Funktionsweise der menschlichen Psyche sowie die Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten zu erklären. Ein besonders faszinierender theoretischer Ansatz ist das biopsychosoziale Modell, das die Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf von menschlichem Verhalten und psychischen Erkrankungen untersucht.

Diese Perspektive betrachtet den Menschen als ein komplexes System, in dem biologische, psychologische und soziale Faktoren miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen. Ursprünglich entwickelt, um die Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten besser zu verstehen, kann dieses Modell auch im Alltag hilfreich sein, um die Gründe für unangenehme Gefühle, schlechte Stimmungen oder negative Emotionen zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen Grundbedürfnissen und negativen Gefühlen aufzudecken.

Beginne damit, folgende Fragen zu verwenden, um festzustellen, welche negativen Gefühle du derzeit erlebst.

Psychologische Faktoren: (Gefühle und Emotionen)

  • Fühlst du dich momentan traurig oder niedergeschlagen?
  • Erfährst du derzeit Wut oder Ärger in Bezug auf jemanden oder etwas?
  • Hast du das Gefühl, ängstlich oder besorgt zu sein über die Zukunft?
  • Empfindest du Ekel oder Unbehagen in Bezug auf eine bestimmte Situation oder Person?
  • Erfährst du derzeit ein Gefühl von Schuld oder Reue wegen etwas, das passiert ist?
  • Hast du das Gefühl, frustriert oder enttäuscht über etwas zu sein, das nicht wie geplant verlaufen ist?
  • Spürst du derzeit Eifersucht oder Neid in Bezug auf andere Personen?
  • Empfindest du Frustration oder Ungeduld in Bezug auf etwas, das du erreichen möchtest?
  • Erfährst du derzeit ein allgemeines Gefühl von Unbehagen oder Unzufriedenheit ohne einen bestimmten Grund?
  • Gibt es derzeit Stressquellen, die dich belasten?

Frage dich im nächsten Schritt, welche biologischen und sozialen Grundbedürfnisse derzeit möglicherweise nicht befriedigt sein könnten.

Biologische Faktoren: Könnte deinem Körper etwas fehlen? (Ernährung, Bewegung, Schlaf, Hygiene)

  • Wann hast du zuletzt etwas gegessen & getrunken?
  • Wann warst du zuletzt auf der Toilette?
  • Wann hast du dich zuletzt ausreichend um deine Hygiene gekümmert?
  • Wann hast du zuletzt gut geschlafen?
  • Wann hast du dich zuletzt gesund ernährt?
  • Wann hattest du das letzte Mal Sex?
  • Wann hattest du zuletzt ausreichend Bewegung?
  • Wann hast du dir zuletzt Zeit genommen, um dich aktiv zu entspannen?

Soziale Faktoren: Hattest du ausreichend soziale Kontakte? (Fremde, Bekannte, Freunde, Familie)

  • Wann hast du dich zuletzt unter Menschen aufgehalten?
  • Wann hast du dich zuletzt mit Freunden oder Familienmitgliedern getroffen oder mit ihnen telefoniert?
  • Wann hast du zuletzt an sozialen Veranstaltungen oder Treffen teilgenommen?
  • Wann wurdest du zuletzt gelobt?
  • Wann hast du dich zuletzt mit anderen Menschen ausgetauscht?
  • Wann hast du zuletzt einem Mitmenschen etwas gutes getan?
  • Wann hast du dich zuletzt von deinem sozialen Umfeld unterstützt und verstanden gefühlt?
  • Wann hast du dich zuletzt geliebt gefühlt?
  • Wann hast du in letzter Zeit neue Menschen kennengelernt oder dein soziales Netzwerk erweitert?
  • Wann hast du zuletzt an sozialen Aktivitäten teilgenommen, die dir Freude bereiten und dich mit anderen verbinden?

Konnten dir diese Fragen dabei helfen, Grundbedürfnisse zu offenbaren, die derzeit nicht erfüllt sind? Komme gerne jederzeit wieder hierher zurück, wenn du gerade nicht weißt, warum es dir schlecht geht.

Sollten deine negativen Gefühle und Emotionen über einen längeren Zeitraum bestehen, könnte es sinnvoll sein, ein Gespräch mit einer/einem unserer einfühlsamen Berater:innen zu führen. Oftmals hilft das Sprechen über Probleme, um eine neue Perspektive zu finden und dadurch um besser mit ihnen umzugehen.

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